Montag, 18. April 2016

"Sei Pippi - nicht Annika!" - Nein, warum auch?

Als ich bei meiner kleinen Kaffeepause heute morgen kurz durch Facebook scrollte, fiel mir ein Beitrag ins Auge, der ein Bild von Pippi Langstrumpf zeigte und dazu den Spruch: "Sei Pippi - nicht Annika!"

Ich mag Pippi Langstrumpf, und mir ist klar, dass dieses Statement eine positive Aussage nach dem Motto: Sei nicht so brav und angepasst! sein soll.
Soweit so gut, trotzdem finde ich sie daneben. Voll daneben!

Pippi Langstrumpf ist toll und ich mag Menschen, die wie sie ein bisschen anders sind und die Welt ein bisschen bunter machen. Aber nicht jeder ist eine Pippi, und das ist ok.
Annika ist schüchtern und brav, sie ist nicht so draufgängerisch wie Pippi. Diese stört das aber nicht. Sie ermutigt Annika, über ihre eigenen Grenzen zu gehen, gibt ihr auch mal einen kleinen Schubs. Aber Pippi nimmt Annika an, wie sie ist. Annika ist ihre Freundin, auch wenn sie unterschiedlich sind.
Annika hat andere, eigene Stärken, und ich glaube dass Pippi diese zu schätzen weiß.

Nicht jeder ist eine Pippi, und niemand sollte anders sein müssen als er ist. Sich mal was trauen, die eigene Wohlfühlzone verlassen - das sollte man mal tun, aber in den Pippi-Langstrumpf-Geschichten macht das wohl kaum jemand mehr, als die kleine, brave Annika. Sie wächst, sie entwickelt sich, sie traut sich mehr. Das ist viel besser, als einfach nur Pippi zu kopieren!

,Sei nicht Pippi, sei nicht Annika - sei einfach du selbst und versuche zu wachsen!

Donnerstag, 14. April 2016

Auftanken? Wann denn bitte?

Neulich habe ich mich mit einer Freundin die auch Mehrfach-Mama ist darüber unterhalten, wie wenig Zeit eigentlich so bleibt um die Akkus mal etwas aufzuladen. Irgendwie ist es deprimierend wenig....

Mein Alltag ist voll bis zum Anschlag. Morgens werde ich meistens zwischen fünf und halb sechs von dem Kleinsten geweckt, der dann noch im Halbschlaf ist und nach einer Runde kuscheln meistens wieder schläft. Um sechs klingelt der Wecker für meinen Mann, 6:15 Uhr muss die Große aufstehen. Ich ziehe mich an und kann mit etwas Glück halbwegs in Ruhe wach werden, einen Latte Macchiato trinken und ein paar Worte mit meinem Mann wechseln. Der verlässt das Haus um sieben und ist - sofern er nicht länger arbeiten muss und die Bahn keine Verspätung hat, um sechs zurück. Ab sieben wecke ich auch die restlichen Kinder und es folgt das übliche Morgenprogramm - ihr kennt das ja. Drei Mädels möchten frisiert werden, Schulbrot, Kakaogeld...
Sind alle Schulkinder los bringe ich Clara zu Fuß zum Kindergarten. Dann ist der Haushalt dran, im Moment kommt dann als erstes die Wäsche auf die Leine, die ich schon um kurz nach sechs angestellt habe. Mittagessen vorbereiten, Clara um zwölf abholen, weiter kochen, Mittagessen.
Mittagspause ist hier inzwischen ein Fremdwort, denn drei Schulkinder kommen zu unterschiedlichen Zeiten zurück, wollen erzählen, essen, und auch mal Hilfe oder moralische Unterstützung bei den Hausaufgaben.
Nachmittags geht es weiter mit Garten, Haushalt, mitunter auch mit Terminen. Arzttermine, Therapien.... Dann das Abendessen, aufräumen, die drei Kleinen ins Bett bringen.... zwei- bis dreimal pro Woche bin ich auch dabei alleine, denn mein Mann hat Termine oder ist mit größeren Kindern beim Training.
Wenn ich viel Glück habe, sitze ich um acht auf dem Sofa, wenn ich Pech habe wird es auch schonmal nach neun. Oft bin ich dann so platt, dass ich es nicht mehr schaffe etwas zu basteln, zu schreiben oder auch nur zu lesen, vor allem wenn wir mal wieder sehr unruhige Nächte hatten, was leider relativ oft der Fall ist.

Ihr kennt das sicher so ähnlich, aber Jammern hilft nicht wirklich! Wie kann man denn bei so einem stressigen Alltag dafür sorgen, als Mutter nicht völlig auf dem Zahnfleisch zu gehen?

Die schlechte Nachricht: Manchmal kann man das nicht. Manchmal kommt alles blöd zusammen und man hat eine sehr anstrengende Zeit, die aber hoffentlich nicht zu lange dauert.

Die gute Nachricht: Oft kann man einiges tun um sich im Alltagstrubel nicht ganz zu verlieren?
Der Nummer 1 Vorschlag ist in der Regel: Ausschlafen und Kinderfrei! Wenn man das organisieren kann ist das auch ein tolles und todsicheres Rezept! Aber es lässt sich einfach nicht immer realisieren und seien wir ehrlich: Sind alle Kinder zwei Stunden aus dem Haus, was macht die brave Mutter? Putzen! Und dabei die Ruhe genießen!

Was ich also in meinem Alltag mache, um aufzutanken und nicht am Limit zu laufen:

Typsache: Intro- oder Extrovertiert?
Vor einiger Zeit las ich, dass der eigentliche Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten darin läge, dass Extrovertierte Menschen im Kontakt mit anderen Menschen Energie aufladen, während introvertierte Menschen dabei Energie verlieren und diese zurückholen, wenn sie alleine sind.
Ich bin introvertiert, was für mich heißt, dass ich versuche meine Woche nicht zu voll zu packen und auch bewusst Zeiten zu haben, an denen wir als Familie alleine sind.

Kurze Pausen im Tagesablauf:
Von meinem morgendlichen Latte Macchiato habe ich ja schon geschrieben. Zwischen halb zehn und zehn gönne ich mir eine weitere kleine Kaffee-Pause. Dann mache ich mein Bibelstudium und lese auch mal ein wenig. Raphael spielt in der Zeit um mich herum. Je besser er sich beschäftigt, desto erholsamer ist diese kurze Auszeit für mich.
Auch nachmittags versuche ich so eine Pause einzubauen, oft mit den Kindern zusammen. Wir setzen uns dann mit Kaffee, Tee, Kakao und Keksen zusammen.
Abends, nachdem die Kinder im Bett sind versuche ich, nur das allernotwendigste an Hausarbeit zu machen. Vielleicht räume ich noch die Spülmaschine aus, aber Bügeln usw. vermeide ich dann - zum einen ist es irgendwann genug, zum anderen sind die Großen abends jetzt länger wach und haben oft noch Gesprächsbedarf. Aber dabei sitze ich dann auf dem Sofa und manchmal gibt es ja sogar nettes Fernsehprogramm....

"Do more of what makes you happy!"
Diesen Spruch habe ich neulich wieder gehört und er kommt mir seitdem immer wieder in den Sinn. "Tue mehr von dem, was dich glücklich macht" - natürlich kann das nicht heißen, dass ich nur noch mache, was mir gerade Spaß macht. Aber wenn ich in meinen Alltag immer wieder Dinge einbaue, die mir wirklich Freude bereiten lädt das meine Reserven auf wie kaum etwas anderes. Was das genau sein kann, ist für jeden anders. Für mich ist es intensive Zeit mit meinen Kindern,  Basteln, BAJ, Dekorieren, im Garten werkeln (kein Unkraut zupfen - grins!) und auch Lesen. Für andere ist es vielleicht Joggen gehen, Musik hören....
Wenn ich solche Dinge in meinem Alltag zulasse, sind sie echte Highlights. Sie verschönern nicht nur meinen Tag sondern erleichtern auch die Last der täglichen, nicht so schönen Pflichten.

Sonntag halten
An diesem Punkt muss ich echt arbeiten. Es ist nicht so, dass ich sonntags den Rasen mähe oder den Großputz veranstalte. Aber neben den vielen kleinen Dingen und täglichen Routinen die in einem großen Haushalt nunmal jeden Tag sein müssen bin ich in letzter Zeit sehr versucht, auch an Sonntagen möglichst viel von meiner To-Do-Liste abzuarbeiten. Das ist grundsätzlich vielleicht nicht schlimm, aber Gott hat sich schon etwas dabei gedacht, als er einen Ruhetag in der Woche schuf. Ich muss wieder lernen, dass ich mich am Sonntag auch tatsächlich mal hinsetzen und zur Ruhe kommen darf.

Im Augenblick sein
Im letzten Jahr war ich ja mit den drei Kleinen zwei Wochen lang in der Sprach-Reha. Diese Zeit war einerseits stressig, denn für mich als sehr introvertierter Mensch ist es Stress pur mit fünf fremden Eltern und Kindern auf engem Raum zu leben. Außerdem hatte ich ja drei Kinder zu betreuen, Raphael war keine acht Monate alt.
Trotzdem kam ich erholt wie selten und innerlich sehr ruhig zurück.
Das lag zum einen sicherlich daran, dass die meisten alltäglichen Pflichten für mich wegfielen. Ich musste nicht kochen, nicht wirklich putzen, nur wenig aufräumen und Wäsche waschen. Dadurch gab es viel freie Zeit und auch einen freien Kopf. Wir waren viel draußen, auf dem Spielplatz, im Wald. Und ich konnte auch ganz da sein. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, weil zuhause noch die Bügelwäsche wartete, oder ein Kinderzimmer aufgeräumt werden musste. Ich war einfach mit den Kindern auf dem Spielplatz und war ganz da. Erst dort ist mir klar geworden, dass ich dies in den letzten Jahren verlernt hatte. Und seitdem versuche ich immer wieder, voll im Augenblick zu sein, und nicht schon gedanklich beim Abendessen, bei der To-do-Liste oder ähnlichem.
Mir tut das sehr gut, selbst wenn es nicht immer voll gelingt. Ich bin ruhiger und kann gelassener mit den täglichen Anforderungen umgehen.
Und der letzte Punkt auf meiner Liste gehört dazu:

Dankbar sein, und das Gute sehen.
Ich sehe schnell vor lauter Problemen und Sorgen das Gute nicht mehr. Bewusst und dankbar das Gute suchen - so lade ich meine Akkus auf, auch in anstrengenden Zeiten.

Dienstag, 12. April 2016

Gebastelt!

Heute morgen habe ich mich durch einen Berg Bügelwäsche gekämpft und irgendwie blieb keine Zeit zu Schreiben... Ihr bekommt heute also mal ein paar gebastelte Werke von mir zu sehen:
 Ich habe viel, aber nicht ausschließlich Material von Stampin Up genutzt, das Designpapier oben kommt z. B. aus einem Block aus dem Euro-Laden...

 Leider musste ich auch schon eine Trauerkarte basteln, denn ein Nachbar ist gestorben. Inzwischen habe ich das Ausstanzen mit der Big Shot aber noch besser raus.
 Die erste Kommunionkarte
 Über diese Karte wird sich hoffentlich Ende der Woche ein Geburtstagskind freuen.
 Die zweite Kommunionkarte - eindeutig wieder für ein Mädchen.
Und wieder ein Schmetterling... diese Stanzformen und Stempel habe ich neu, und ich bin total begeistert! Sie mögen nicht jedermans Fall sein - aber meiner ganz bestimmt. Bei dieser Karte habe ich den Schmetterling erst aus Farbkarton in Blauregen ausgestanzt und dann noch aus ... Vellum nennt man es, glaube ich. Dieses weiße, dickere Transparentpapier....

Mittwoch, 6. April 2016

Sich Zeit nehmen...

Gestern hat Clara mich mal wieder an diese wichtige Lektion des Mama-Seins erinnert - wie wichtig es ist, sich einfach mal ein bisschen Zeit zu nehmen.

Wir waren auf dem Rückweg vom Kindergarten. Ich war vorher mit Raphael beim Kinderarzt zur Impfung gewesen und nachmittags musste ich die Kinder noch zu meinen Eltern bringen und weiter zu Leonas Elternsprechtag. Wir mussten also nicht hetzen, aber es war schon einer dieser Tage, an denen einem die Uhr irgendwie doch im Nacken sitzt.

Clara interessierte das jedoch nicht, denn sie endeckte kleine Blümchen am Wegrand. Diese unscheinbaren kleinen weißen "Unkräuter". Und die hat sie dann mit Begeisterung und Ausdauer gepflückt und mir freudig in die Hand gedrückt. Ich war zunächst in Versuchung sie anzutreiben um schneller weiterzugehen, aber dann habe ich mich ganz bewusst gestoppt - und sie einfach machen lassen.
Während mein Kind also von einer Blume zur anderen fröhlich heimwärts hüpfte und meine Hand sich mit kleinen Blümchen füllte war ich froh: Hätte ich angefangen zu meckern und zu treiben wäre ich gestresst und genervt gewesen und Clara hätte sehr schlechte Laune bekommen. Wir wären vielleicht fünf Minuten früher zuhause gewesen - aber das wäre es nicht wert gewesen. Leider gab es keinen Sonnenschein, den ich dabei hätte genießen können, aber mein glückliches Kind zu sehen reichte eigentlich.
Wir kamen zufrieden zuhause an und ich konnte mich um das Mittagessen kümmern. Unseren Tagesablauf hat es kein bisschen behindert, dass ich mir Zeit genommen habe - ja, ich sollte das wirklich öfters tun!

Montag, 4. April 2016

Die Ferien sind zu Ende...

... und ich bin wieder da!
Die Woche vor den Osterferien war turbulent und voller Termine, darunter mal wieder ein Pädaudiologentermin mit Leona. Dafür müssen wir immer nach Münster und obwohl es diesmal schnell ging, war ein ganzer Morgen damit belegt. Raphael konnte ich zum Glück bei meiner Mutter lassen und Leona hatte exklusive Mama-Zeit. Das hat sie auch sehr genossen. Und Raphael war glücklich bei Oma - und bei Opa, seinem großen Helden!

Das Palmsonntagswochenende war da auch anstrengend, denn wir haben meinen Schwager und seine Familie besucht, die in der Nähe von Aschaffenburg leben. Die letzten Male ist immer etwas dazwischengekommen, so dass wir tatsächlich das letzte Mal da waren, als Clara noch ein Baby war. Samstagmorgen ging es los und wir sind zum Glück gut durchgekommen.

Nachmittags fuhren wir dann nach Frankfurt - mit Zug und U-Bahn, was durchaus ein Abenteuer war.
Für die Kinder war schon das sehr aufregend - die Großstadt, die riesigen Hochhäuser, der große Bahnhof, die U-Bahn...
Unser Ziel war die Experiminta, ein ganz tolles Mitmach-Museum mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik. Etwas zu finden, dass Kindern von 1-13 Jahren gefällt ist ja wirklich nicht leicht, aber dort hatten tatsächlich alle Spaß. Die größeren Kinder konnten selbständig viele Experimente durchführen und auch für die Kleineren gab es genug zu bestaunen und zu gucken. und alles war relativ weitläufig und kindersicher, auch Raphael konnte herumlaufen und gucken. Es gab auch eine wirklich toll gemachte Wissenschaftsshow. "Eiskalte Seifenblasen" gab es, und auch dort konnten die Kinder mitmachen.
Von den lustigen Spiegeln konnte Clara nicht genug kriegen

Leona in der Seifenblase

Die beiden dürfen natürlich nicht fehlen

Die eiskalte Seifenblase
Abends ging es dann noch Pizza essen. Sonntagmorgen waren wir noch etwas spazieren und dann ging es heimwärts. Leider hatte ich einen völlig verspannten Nacken und davon Kopfschmerzen. Die zu Verfügung stehenden Tabletten halfen nicht und schlugen mir noch auf den Magen, so dass die Rückfahrt eine ziemliche Quälerei für mich war.

Montags zum Ferienanfang waren daher alle noch etwas angeschlagen und kaputt.
Der Rest der Ferien war dann ziemlich ruhig. Bei gutem Wetter waren wir im Garten - besonders die neue Vogelnestschaukel ist sehr beliebt. Wir hatten auch netten Besuch und schöne Ostertage. Mit unseren beiden Großen, die als Messdiener im Einsatz waren durfte ich mal wieder in die Osternachtmesse, was für mich ein Highlight war.


Zum Abschluss der Ferien hatte Justus dann am Samstag Geburtstag - 10 Jahre ist er schon, unfassbar! Gerade komme ich mir mitunter ganz schön alt vor... ;-)
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